Privathaftpflichtversicherung (PHV) - Informationen, Test, Vergleich, Rechner & Leistungen

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Warum ist die Privathaftpflicht Versicherung so wichtig?

Leistungen & Versicherungsschutz

Eine Privathaftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten freiwilligen Versicherungen und schützt Sie vor Schadensersatzansprüche, wenn Sie jemand einen Schaden zufügen. Deshalb sollte die Privathaftpflichtversicherung als eine der ersten Versicherungen im eigenen Versicherungsportfolio aufgenommen werden, denn eine private Haftpflichtversicherung braucht jeder, um gegen die Gefahr des finanziellen Ruins abgesichert zu sein. Die Versicherung ist dazu verpflichtet, entstandene Schadenskosten abzudecken aus den Bereichen Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden, Eigenschäden, also Schäden am eigenen Eigentum, sind nicht versicherbar. Die Versicherungsgesellschaft ist auch dazu verpflichtet, unberechtigte Haftungsansprüche gegen Sie abzuwehren und die damit verbundenen Rechtsanwalts- sowie Gerichtskosten zu übernehmen.

Vertragliche Gestaltung des Versicherungstarifes

  • Singletarif - für Einzelpersonen
  • Familientarif - für alle Familienmitglieder die im Haushalt leben
  • Deckungssummen - Höhe des max. Leistungsbetrages im Schadenfall

Sollte Ihr Tarif älteren Datums sein, überprüfen Sie bitte Ihren Tarif auf folgende Leistungsneuerungen:

  • Deliktunfähigkeit von Kinder unter 7 Jahren
  • Schäden beim Sport
  • Schäden aus ehrenamtlichen Tätigkeiten
  • Schäden aus der Nutzung des Internets
  • Schäden an geliehenen, gemieteten und gepachteten Gegenständen
  • Erstattung von verloren gegangenen Schlüsseln

Tipp: Kosten durch verursachte Schäden sind nicht zu unterschätzen, vor allem bei Personenschäden. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass beim Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung eine hohe Versicherungssumme (Deckungssumme) gewählt wird, da es sonst leicht sein kann, dass Sie auf Kosten, die die Deckungssumme übersteigen, selbst sitzen bleiben. Preislich wirkt sich die höhere Deckungssumme nicht gravierend in einem höheren Beitrag aus.

Privathaftpflichtversicherung wechseln

Ein Wechsel des bestehenden Vertrags lohnt sich meist auch finanziell, da hier oftmals Preisunterschiede von über 100.- Euro / Jahr bestehen. Mit dem angesprochenen Vergleichsrechner können Sie dies jedoch schnell und einfach herausfinden, wo Ihr jetziger Tarif preislich liegt und ob ein Wechsel sich für Sie lohnt. Wichtig auch, dass Sie von Zeit zu Zeit überprüfen, weil viele Versicherungsgesellschaften ihre Verträge in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert haben. So können zum Beispiel Leistungen, die bei Vertrags¬abschluss noch keine Rolle gespielt haben, später äußerst wichtig für Sie sein.

Top Versicherung - Top Tarif

Sogenannte Tarifperlen sind Tarife, die sich über Jahre hinweg bewährt haben und dadurch eine große Versichertengemeinschaft (Versicherten Kollektiv) aufweisen, welche die Kosten von Schäden auf viele Schultern verteilt. Diese Tarife zeichnen sich dadurch aus, dass wir Leistungen zu einem Preis bekommen, den andere Versicherer kalkulatorisch nicht unterbieten können. Ersichtlich werden solche Tarifperlen, wenn Sie den im Anschluss befindlichen Tarifrechner nutzen und einen schlichten Vergleich starten.

Leistungsumfang der PHV

Gefahrenquellen des täglichen Lebens

Die Privathaftpflichtversicherung deckt die Gefahren des täglichen Lebens ab. Sie ist also umfassend und schließt meist nur die Gefahren des Berufes, Betriebes, Dienstes oder Amtes aus. Versichert sind die Haftung als Familien- und Haushaltsvorstand, als Inhaber einer Wohnung oder eines Hauses, Mieter, Radfahrer, Sporttreibender usw. Ausgeschlossen sind die Gefahren aus motorgetriebenen Land- oder Wasserfahrzeugen, Segelbooten, Waffenbesitz und als Jäger. Jeder Versicherer definiert seinen Leistungsumfang durch sogenannte Klauseln, die nichts anderes sind, als vertraglich formulierte Leistungseinschlüsse. In der PHV gibt es folgende vertraglichen Leistungseinschlüsse (Klauseln), die ein Vertrag beinhalten kann:

Versicherungsschutz & Leistungsvolumen

  • Personen- und Sachschäden
  • Schadensersatz und Vermögensschäden
  • Mietsachschäden
  • Pauschalschutz 3, 5, 10 Millionen EURO

Personenschäden

Als Personenschäden bezeichnet man alle Verletzungen des menschlichen Körpers. Personenschäden können auch psychische Folgen einer schuldhaften Handlung sein. Auch die Tötung eines Menschen fällt unter den Begriff der Personenschäden.

Sachschäden

Sachschäden sind alle Schäden, die an körperlichen Gegenständen verursacht werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um bewegliche oder unbewegliche Gegenstände (Gebäude) handelt. Eine Sachbeschädigung besteht auch bei der Verletzung eines Tieres. Der Begriff der Körperschädigung ist für Menschen vorbehalten.

Schadensersatz

Hat ein Schädiger Schadensersatz zu leisten, dann hat er den Zustand wieder herzustellen, der ohne den Schadensfall bestehen würde. Das bedeutet, dass bei Körperverletzungen alle Mittel für die Heilung zu leisten sind. Ist wegen der Verletzung einer Person oder der Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, dann kann der Geschädigte statt der Herstellung des früheren Zustandes auch den erforderlichen Geldbetrag verlangen.

Schadensersatzanspruch

Der Geschädigte hat gegenüber dem Schädiger einen Schadensersatzanspruch. Dabei beschränken sich diese Ansprüche nicht nur auf die Wiederherstellung des früheren Zustandes. Es genügt also nicht, nur die Kosten für die Heilung der Körperverletzung oder die Reparaturkosten einer Sache zu begleichen. Der Geschädigte hat auch einen Anspruch auf den Ausgleich der Nachteile, die der Schaden für seinen Erwerb und sein Fortkommen geschaffen hat. So besteht auch ein Schadensersatzanspruch für den ausgefallenen Lohn. Ist die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt, dann besteht auch eine Verpflichtung für die Zahlung von Geldrenten. Bestehen Behinderungen, dann umfasst der Schadensersatzanspruch auch den Ausleich für die dadurch bedingten erhöhten Bedürfnisse. Hiervon ist auch der behindertengerechte Umbau eines Hauses erfasst. Nicht zuletzt besteht auch Anspruch auf ein angemessenes Schmerzensgeld.

Mietsachschäden

Durch besondere Klauseln werden solche Schäden heute vielfach eingeschlossen, gilt allerdings nicht für alle Mietsachschäden. So sind Schäden an beweglichen Sachen in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen meist auf einen bestimmten Betrag beschränkt. Diese Sachen sind in Mietwohnungen überhaupt nicht versichert. Ausgeschlossen sind auch die Schäden an Heizungs-, Maschinen- und Kesselanlagen. Ebenfalls sind Glasschäden nicht mitversichert.

Leistungseinschlüsse & Klauseln

  • Forderungsausfallversicherung inkl. Schadenersatz-Rechtsschutz
  • Schäden durch nicht deliktfähige Kinder
  • Privater Schlüsselverlust
  • Dienstlicher Schlüsselverlust
  • Mitversicherte Personen
  • Alleinstehendes Elternteil im Haushalt
  • Mitversicherung eines Au-Pair
  • Mitversicherte Tätigkeit Tagesmutter, unentgeltliche Tätigkeit
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten der versicherten Personen
  • Allmählichkeitsschäden
  • Fahrzeuge
  • Geliehene Surfbretter und Segelboote ohne Motor
  • Schäden durch Modellfahrzeuge / Flugmodelle ohne Motor
  • Fahrräder, Besitz und Gebrauch (nicht zulassungspflichtig)
  • Immobilien
  • Einfamilienhaus selbstgenutzt
  • Vermietung einer Wohnung im selbst bewohnten Einfamilienhaus
  • Ferienwohnung im Inland selbstgenutzt
  • Bauherrenhaftpflicht 200.000,- EUR
  • Gewässerschäden
  • Häusliche Abwässer, Abwässer durch Rückstau Straßenkanals, private Abwassergrube
  • Öltank bis 6.000 Liter
  • Geltungsbereich
  • Weltweit, bei vorübergehendem, zeitlich aber unbegrenzten Auslandsaufenthalt
  • Sonstige Erweiterungen
  • Schäden an gemieteten, geliehenen oder gepachteten Sachen
  • Gefälligkeitsschäden
  • Schäden durch Hüten fremder Pferde oder Hunde
  • Ausübung von Sport

Forderungsausfall -> wichtig !!!

Besonders ärgerlich ist es, wenn man selbst vorgesorgt hat und von einem nicht Versicherten geschädigt wird. Dann schaut man meist in die Röhre, wenn beim Schädiger nichts zu holen ist. Hier bieten die meisten Versicherungstarife inzwischen eine "Forderungsausfalldeckung"im eigenen Tarif mit an. Bedeutet, dass man von der eigenen Versicherung entschädigt wird, wenn ein "unversicherter Schädiger" nicht zahlen kann.

Deliktunfähigkeit von Kinder

Kinder unter 7 Jahren sind im Vertrag der Eltern mitversichert, doch für sie gilt eine Besonderheit: Unter sieben Jahren sind sie „nicht deliktfähig“. Das heißt, es gibt für den Schaden rechtlich keinen Schuldigen. Folge: Der Versicherer muss für die Schäden nicht zahlen. Im Straßenverkehr gilt dies bis zum Alter von zehn Jahren. Zerkratzt ein sechsjähriges Kind das Auto des Nachbarn und liegt keine Aufsichtspflichtverletzung vor, bleibt dieser auf seinem Schaden sitzen. Dies ist nicht gerade zuträglich für den Nachbarschaftsfrieden.Wollen die Eltern unabhängig von der Frage, ob sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben oder nicht, versichert sein, müssen sie darauf achten, dass der Tarif deliktunfähige Kinder mitversichert.

Schlüsselverlust von Mietern

Ihr Verlust ist nicht automatisch im Rahmen anderer Mietsachen versichert. Der Austausch der Schlösser einer Zentralschließanlage in einem Mietshaus kann aber mehrere tausend Euro kosten. Da ist es besser, darauf zu achten, dass die Police das Risiko mit absichert.

Schlüsselrisiko

Heute besteht ein erhöhtes Schlüsselrisiko, besser bezeichnet als Schlüsselverlustrisiko. Dies gilt sowohl im betrieblichen als auch im privaten Bereich.

Hierzu einige Beispiele: Der Nachbar händigt einem die Schlüssel während der Ferien aus, damit man seine Blumen gießt. Der Lehrer hat einen Generalschlüssel für die Schule, der Bankmitarbeiter den seiner Bank. Der Handwerker soll in der neuen fast fertigen Wohnanlage Einbauten vornehmen. Verliert man den Schlüssel, haftet man. Meist muss das Schloss ausgetauscht werden und in großen Wohnanlagen oder Gebäudekomplexe genügt meist nicht mehr der Austausch eines Schlosses, sondern müssen meist viele Schlösser ausgetauscht werden. Das Schlüsselverlustrisiko ist meist nicht in der Haftpflichtversicherung mitversichert, kann jedoch durch besondere Klauseln ganz oder teilweise eingeschlossen werden.

Allmählichkeitsschäden

Bei Allmählichkeitsschäden handelt es sich um solche Schäden, die nicht durch ein plötzliches Ereignis einen Schaden verursachen, sondern langsam, allmählich durch bestimmte Einwirkungen schädigend wirken. Dies gilt beispielsweise bei der Einwirkung von Feuchtigkeit, Dämpfen und Gasen, die erst versteckt austreten und erst später wahrgenommen werden. In der Regel sind solche Allmählichkeitsschäden von der Haftpflicht ausgenommen. Toptarife jedoch beinhalten selbst diesen Leistungspunkt (Klausel) und kosten auch nicht unbedingt mehr.

Amtshaftpflicht

Eine Amtshaftpflicht besteht bei der hoheitlichen Handlung eines Beamten oder öffentlich Bediensteten. Verletzt eine solche Person vorsätzlich oder fahrlässig die einem Dritten obliegende Amtspflicht, so hat er den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Nach dem Grundgesetz trifft die Verantwortlichkeit für Amtspflichtverletzungen grundsätzlich den Staat bzw. die entsprechende Körperschaft. Der Beamte kann nur in Regress genommen werden, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Die Haftung aus einer Amtspflichtverletzung ist nachrangig. Das bedeutet, dass nur ein Anspruch besteht, wenn der Geschädigte nicht auf andere Weise entschädigt wird. 

Aufsichtspflicht über fremde Kinder

Eltern haften für den Schaden von Kindern, wenn diese schuldhaft einen Schaden verursachen und der Grund der widerrechtlichen Schädigung in der Verletzung der Aufsichtspflicht liegt. Der gleichen Haftung unterliegen auch die Personen, die aufgrund einer Gefälligkeit oder durch Vertrag die Aufsicht über minderjährige Kinder übernehmen. Eine entgeltliche Betreuung von Kindern ist meist nicht über die Privathaftpflicht abgesichert. Hierzu braucht man eine besondere Betriebshaftpflicht. Dagegen ist die Tätigkeit von Babysittern und Tagesmüttern meist in guten Tarifen mitversichert.

Bagatellschäden

Eine Haftpflicht ist nicht von der Höhe eines Schadens abhängig. Auch bei Kleinschäden so genannten Bagatellschäden tritt die Haftung ein. Möglicherweise bieten Gesellschaften eine Prämienreduzierung an, wenn man auf die Geltendmachung von solchen Bagatellschäden verzichtet und einen Eigenbehalt vereinbart. Dies sollte allerdings in einem angemessenen Verhältnis stehen. Insbesondere bei mehreren Kleinschäden, kann dies für den Versicherungsnehmer letztlich teurer werden.

Berufshaftpflicht

Die Tätigkeit eines Arbeitnehmers ist in der Regel über die Privathaftpflicht abgedeckt. Zudem gelten hier Haftbeschränkungen wegen schadensträchtiger Tätigkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und bei Arbeitsunfällen. Gegenüber Außenstehenden haftet der Betrieb für seine Arbeitnehmer als Erfüllungsgehilfen und Verrichtungsgehilfen. Deshalb brauchen Arbeitnehmer meist keine besondere Berufshaftpflicht. Eine Berufshaftpflicht braucht aber jeder Gewerbetreibende und jeder Freiberufler. Ein Arzt, Zahnarzt, Steuerberater, Architekt ohne eine solche Berufshaftpflicht setzt seine wirtschaftliche Existenz aufs Spiel. Regresse wegen ärztlichen Kunstfehlern und Baumängeln dürften wohl jedem bekannt sein.

Fahrlässigkeit

Fahrlässigkeit bedeutet die Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Diese Definition enthält § 276 BGB. Die Fahrlässigkeit wird in einfache und grobe Fahrlässigkeit eingeteilt. Dabei bedeutet grobe Fahrlässig die besondere Missachtung der Sorgfaltspflicht. Eine fahrlässig und widerrechtlich begangene Schädigung führt zu einer Haftung des Schädigers und ist bei guten Tarifen abgedeckt. Ausgeschlossen sind jedoch vorsätzlich begangene Schädigungen.

Gefährdungshaftung

In der Regel tritt eine Haftpflicht nur ein, wenn den Schädiger ein Verschulden trifft. Hiervon gibt es jedoch gesetzlich normierte Ausnahmen, bei denen auch eine Haftung ohne Verschulden eintritt. Grund der Haftung ist hier nur die Schaffung eines als gefährlich eingestuften Sachverhaltes. Die besonderen Gefährdungshaftungen sind meist nicht über die Privathaftpflichtversicherung versichert. Das gilt insbesondere für die Gefährdungshaftung für Kraftfahrzeuge. Hier besteht sogar eine Pflichtversicherung. Eine weitere Gefährdungshaftung ergibt sich für Tierhalter. Wird durch ein Tier ein Mensch geschädigt, dann tritt die Haftung auch ohne Verschulden allein aufgrund der bestehenden Gefahr durch das Tier ein.

Miteigentum bei Grundbesitz

In der Regel ist die Haftung für Eigentümer von Wohnungen und Einfamilienhäuser in der Privathaftpflichtversicherung mitversichert. Dies gilt auch für die Eigentumswohnungen. Ausgeschlossen ist jedoch die Leistungspflicht für den Miteigentumsanteil am gemeinschaftlichen Eigentum. Für diesen Bereich braucht die Eigentümergemeinschaft eine gesonderte Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

Öltank-Haftpflichtversicherung

Öltanks sind in der normalen Haftpflichtversicherung nicht mitversichert. Bei Ein- oder Zweifamilienhäusern kann die Deckung durch besondere Klauseln eingeschlossen werden. Dies gilt allerdings meist nur für Keller-Öltanks bis zu einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern. Größere Öltanks und Öltanks im Erdreich werden nur über eine besondere Haftpflichtversicherung versichert.

Selbsthilfe

Wer im Rahmen der Selbsthilfe ein Sache beschädigt oder zerstört, handelt nicht widerrechtlich. Eine Selbsthilfe liegt auch dann vor, wenn man einen Verdächtigen bei einer Straftat erwischt und festhält und dieser verletzt wird. Da es bei diesen Schädigungen an der Widerrechtlichkeit fehlt, kommen auch keine Schadensersatzansprüche in Frage. Anders ist es jedoch, wenn es sich um eine irrtümliche angenommene Selbsthilfe handelt. In diesem Falle tritt die Schadensersatzpflicht ein.

Sonderkündigungsrecht

Die Haftpflichtversicherung kann fristgemäß zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Erhöht die Versicherungsgesellschaft die Beiträge, dann besteht ein Sonderkündigungsrecht zu dem Zeitpunkt, an dem die Erhöhung wirksam wird. Hat die Versicherung in einem Schadenfall geleistet oder die Leistung verweigert, kann ebenfalls direkt gekündigt werden. Ein Sonderkündigungsrecht besteht auch bei Eheschließung in Form eines "Wegfalles des Versicherungsinteresses", wenn beide Ehegatten eine eigene Haftpflichtversicherung mitbringen. In diesem Falle kann die zuletzt abgeschlossene Versicherung fristlos gekündigt werden.

Verkehrssicherungspflicht

Die Verkehrssicherungspflicht bedeutet, dass man dafür verantwortlich ist, dass von einer Sache keine Gefahr ausgeht. Eine solche Verkehrssicherungspflicht besteht in allen Lebensbereichen. Der Hausbesitzer ist dafür verantwortlich, dass bei Schnee und Glatteis der Gehweg geräumt und gestreut wird. Er muss sich vergewissern, dass keine Gebäudeteile (z.B. Ziegel) herunterfallen können. Der Ladenbesitzer muss darauf achten, dass der Fußboden rutschfest ist und Gegenstände nicht aus den Regalen fallen können. Besitzer einer Grabstätte sind verpflichtet zu prüfen, ob Grabsteine fest verankert sind und niemand verletzt werden kann.

Verschuldenshaftung

Haftpflichtansprüche entstehen in der Regel nur dann, wenn dem Schädiger ein schuldhaftes Verhalten bei Entstehung eines Schadens vorgeworfen werden kann. Schuldhaft bedeutet, dass fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt wurde. Diese Haftung wird auch als Verschuldenshaftung bezeichnet. Hiermit erfolgt die Abgrenzung zu Haftpflichttatbeständen, bei denen auch ohne Verschulden gehaftet wird. So gibt es auch die Gefährdungshaftung für Fahrzeughalter und Tierhalter, die unabhängig von einem Verschulden haften. Hier ist allein die bestehende Gefahr für die Haftung maßgebend.

Vorsätzliche Schäden

Vorsätzlich verursachte Schäden sind nicht von der Haftpflichtversicherung gedeckt. Vorsätzliches Handeln bedeutet, dass bewusst und gewollt gehandelt wurde und ein Schaden in Kauf genommen wird. Dabei spielt es keine Rolle ob es ein direkter Vorsatz oder bedingter Vorsatz gewesen ist.

Steuerliche Handhabe der Privathaftpflichtversicherung

Haftpflichtbeiträge können im Rahmen der Steuererklärung als Sonderausgaben jährlich bis zu 2.400 Euro geltend gemacht werden. Bei Beamten gilt ein Betrag von 1.500 Euro. Bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten verdoppeln sich die Beträge. Auf den Höchstbetrag werden allerdings auch andere Vorsorgeaufwendungen für Berufsunfähigkeitsversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung und Unfallversicherung angerechnet.

Vorsorgeversicherung

Bei Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung werden die vorhandenen Risiken von der Versicherung ermittelt und der Beitrag festgesetzt. Treten während der Laufzeit der Versicherung zusätzliche Risiken ein, dann besteht auch hierfür ein Deckungsschutz, auch wenn der Vertrag diese bisher nicht vorgesehen hat. Allerdings sollten diese neuen Risiken der Versicherung gemeldet werden, damit diese Risiken zukünftig offiziell in den Versicherungsschein aufgenommen werden und für den Versicherungsnehmer eine Rechtssicherheit besteht.

Widerrechtlichkeit

Wer schuldhaft einem Dritten einen Schaden zufügt, ist diesem zum Schadensersatz verpflichtet. Voraussetzung ist jedoch, dass das schuldhafte Verhalten auch widerrechtlich gewesen ist, also gegen geltendes Recht verstoßen hat. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn es sich um ein Handeln im Rahmen der Selbsthilfe oder um Notwehr gehandelt. In beiden Fällen liegt keine Widerrechtlichkeit vor, so dass bei einer solchen Körperverletzung keine Schadensersatzansprüche entstehen.

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