Kriterien und Qualitätsmerkmale einer effektiven Altersvorsorge

Eine effektive, beste Altersvorsorge:

  1. Priorität sollte das Sparen "an sich" haben. Die Höhe hängt von den Möglichkeiten des Kunden, seinen Lebensumständen, seinen Zielen und vielem mehr ab. Häufig wird eine Summe von rund 15 Prozent des Einkommens genannt.
  2. Die Sparformen sollten möglichst sicher und über 6% Rendite p.a. liegen.
  3. Abhängig vom Wunsch- und Risikoprofil, sollten Vorsorgeformen gewählt werden, die bestehende Risikoabsicherungen ergänzen (BU, Unfall, KV usw.)
  4. Die Vorsorgeprodukte sollten unbedingt die Zusatzrente bis zum Lebensende beinhalten, eine Begrenzung der Rentenlaufzeit bis zum Alter von 85 Jahren sehe ich persönlich als kritisch an.
  5. Ein optimales Versorgungsprodukt für eine lebenslange private Zusatzrente ab 62 sollte Beitragsgarantie, Chancen auf Renditeentwicklung und automatisches Garantiemanagement beinhalten. Dies bieten insbesondere fondsgebundene Versicherungen mit Garantien. Wenn dem Kunden dann noch die Fondsauswahl und das Shiften und Switchen je nach Kapitalmarktlage abgenommen werden, dann ist dies nicht nur sicher, sondern auch bequem und verbraucherfreundlich.
  6. Beachtliche Renditevorteile ergeben sich auch durch steuerliche Förderung in der Basiszusatzrente. (z.B. Rürup, Riester)
  7. Der wichtigste Punkt bei Produkten von Banken und Versicherungen sind jedoch immer die jährlichen Gebühren, die Unterschiede im 5 stelligen Bereich ausmachen.

Ihr Leitfaden für eine effektive, beste Altersvorsorge:

Leitfaden - Altersvorsorge

 

Grundsätzliches zur Altersvorsorge

Altersvorsorge umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen, die während des Lebens getroffen werden, damit nach dem Ende der Erwerbstätigkeit der Lebensunterhalt weiter bestreiten kann, möglichst ohne Einschränkungen des Lebensstandards.

Allgemeines zum heutigen auf 3 Säulen basierenden Altersvorsorge System in Deutschland:

  1. Säule: Die gesetzliche Vorsorge, ein Umlageverfahren (Pflichtbeiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung).
  2. Säule: Ergänzende erwerbsbasierte Alterssicherung. Dazu zählt hauptsächlich die Betriebliche Altersvorsorge.
  3. Säule: Private oder eigenverantwortliche Vorsorge z.B. Aktienfonds, Riester-Rente, Rürup-Rente, Lebensversicherung und Immobilienbesitz.

Eine Alternative Betrachtung ist das 3-Schichten-Modell, das nicht den Träger, sondern den steuerliche Aspekte in den Vordergrund stellt:

  1. Schicht: Gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung, berufsständische Versorgung, Rürup-Rente (Kohortenversteuerung)
  2. Schicht: Betriebliche Altersversorgung, Riester-Rente und Rürup-Rente (nachgelagerte Versteuerung)
  3. Schicht: Sonstige Kapitalanlagen, z.B. private Kapital- und Rentenversicherungen, Immobilienbesitz, Wertpapierdepots und gesetzliche Vorsorge

Die gesetzliche Altersvorsorge basiert auf dem Umlageverfahren. Die eingezahlten Beiträge werden nicht gespart, sondern sofort für die laufenden Rentenzahlungen an die derzeitigen Rentner verwendet. Daher besteht auch kein Anspruch auf Rückzahlung der eingezahlten Beiträge, sondern nur auf Beteiligung an den laufenden Einnahmen (sogenannte Anwartschaft). Die junge Generation kommt damit für die Rente der alten Generation auf (so genannter Generationenvertrag). Dieser beruht auf dem Solidaritätsprinzip. Aufgrund der Alterspyramide in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern auch, müssen aber zukünftig immer weniger Arbeitnehmer die Renten von immer mehr Rentnern finanzieren, was zu steigenden Rentenversicherungsbeiträgen für die Erwerbstätigen führen muss, wenn die Rentenleistungen an den einzelnen Rentner nicht reduziert werden sollen. Jeder Monat des vorzeitigen Renteneintrittes führt zu einer Rentenreduzierung von 0,3 Prozent des Rentenbetrages, pro Jahr also von 3,6 Prozent. Die gesetzliche Rente wird in Zukunft, nach einer verbreiteten Meinung, lediglich noch den Grundbedarf abdecken, nicht aber den Lebensstandard halten können.

Formen der betriebliche Altersvorsorge

  • Direktzusage
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Unterstützungskasse
  • Direktversicherung

Die private Altersvorsorge wird auf freiwilliger Basis abgeschlossen und das eingezahlte Kapital sowie die erwirtschafteten Zinsen stehen daher durch ein Wahlrecht für eine lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung dem Sparer zur Verfügung.

Die staatliche geförderte Altersvorsorge wie Rürup- und Riester-Rente sind im Zuge der letzten großen Rentenreformen entstanden und sollen unter anderem das absinken des Rentenniveaus abfedern. Diese unterliegen jedoch besonderen Regelungen wie z.B. dass eine staatlich geförderte Altersvorsorge nicht beliehen, veräußert oder vererbt bzw. verpfändet werden kann.Das angesparte Kapital soll grundsätzlich ausschließlich zur Altersversorgung des Sparers dienen und wird auch deshalb oftmals als "Hartz 4 sicher" bezeichnet. Vererbbarkeitsregeln bei Riester- und Rürupverträgen führen zum Vermögensübertrag im Todesfall auf den Ehegatten oder leibliche Kinder.

Die Riester-Rente gehört zu den bekannteren staatlich geförderter Altersvorsorge Produkten und kann eine Rentenversicherung, ein Banksparplan, eine Fonds-Police (Fondsgebundene Rentenversicherung) oder auch ein Direktinvestment in Aktien- und Rentenfonds (Fondssparplan) sein. Riester-Verträge werden daher sowohl von Versicherungs- und Fondsgesellschaften sowie Bausparkassen angeboten.
Die Verwaltung von Riester-Renten ist sehr aufwändig und führt daher zu (höheren) Kostenbelastungen der Riesterverträge im Vergleich zu den anderen Formen der Altersvorsorge.

Bei der Rürup-Rente handelt es sich um eine freiwillige Altersvorsorge Versicherung, die besonders für Selbstständige, Freiberufler und Gutverdienende geeignet ist und
durch einen Zusatz vererbbar gemacht werden kann. Eine Rente wird nur bis zum Ableben des Versicherungsnehmers und einem vorher vereinbarten Zeitraum an die Erben weiter gezahlt. (nähere Informationen habe ich Ihnen auf folgender separaten Seite zusammengestellt Rürup-Basisrente.info

Die ungeförderte Altersvorsorge ist flexibel, da keinerlei gesetzlichen Bestimmungen vorherrschen, es kann jedoch die steuerliche Situation zum Auszahlzeitpunkt eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu den geförderten Produkten, welche im Alter eine teilweise oder volle Rentenversteuerung vorsehen, müssen nicht geförderte Produkte im Rentenalter nur mit dem Ertragsanteil versteuert werden.
Es steht dem Anleger frei, wann und wie er über sein Vermögen verfügen will, doch verursachen diese oftmals verschiedene Kostenarten und Kostenhöhen:

  • Jeder Sparbeitrag wird einmalig mit einem Ausgabeaufschlag belegt.
  • Kapitalanlagegesellschaften verlangen Ausgabeaufschläge auch bei Umschichtungen während der Laufzeit (switchen oder trading).
  • Manche Banken oder Fonds bieten ausgewählte Produkte mit reduziertene Ausgabeaufschlägen an.

Immobilienbesitz kann auch zum Erhalt des Lebensstandards im Ruhestand beitragen, sofern der Wohnraum selbst genutzt wird und Sie dadurch die Kaltmiete, als Rendite betrachten können. Altersvorsorge mit vermieteten Immobilien zu betreiben, rechnet sich in vielerlei Punkten nur in den seltensten Fällen und außerdem gibt es hier dann weit bessere und komfortablere Möglichkeiten.

Qualitätsmerkmale einer effektiven Altersvorsorge

Da den Anbietern von Finanzprodukten bewusst ist, dass der Anleger sich sehr leicht von der "Rendite in Prozent" beeindrucken lässt, sollten Sie sehr wachsam sein bei Ihrer Wahl und sehr sorgsam im "Kleingedruckten" vergleichen. Denn nur dort befindet sich die Vergleichsmöglichkeit, die Sie zielsicher zu einer "effektiven Altersvorsorge" geleitet und Sie am Ende einen 4-5 stelligen Kapitalbetrag zusätzlich Ihr Eigen nennen können. Deshalb: "Darum prüfe sorfältig, wer sich ewig bindet".

Folgende Punkte sollten im Vertragswerk geprüft und verglichen werden :

  • Jährliche Verwaltungsgebühren
  • Transaktionskosten (trading)
  • Depotgebühren
  • Abschlusskosten
  • Auzahlungskosten
  • Sonderzahlungskosten
  • Änderungskosten
  • Guthabenkosten

Oftmals werden Bescheide mit 5% p.a. von Anbietern an den Kunden verschickt, doch erfahrungsgemäß werden Ihnen dann über die Geühren diese stark dezimiert oder sogar in ein Minus befördert. Wichtig jedoch bei Fondsparern, dass auch in Zeiten sinkender Kurse konsequent weiter eingezahlt wird, um den Durchschnittskosteneffekt zu nutzen. Auch kann sich eine flexibel getalteter Rentenbeginn auf das Endkapital massiv auswirken.

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